Bundesförderprogramm ab 2028 fortführen!
Das Bundesförderprogramm „Kultur macht stark“ ermöglicht seit 2013 erfolgreich kulturelle Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche in Risikolagen. 2027 endet die aktuelle Förderphase. Eine Fortführung des Programms ab 2028 ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehen, jedoch blieb eine öffentliche Stellungnahme zur Zukunft des Programms bisher aus. Als Dachverband für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Berlin fordern wir die lückenlose Fortführung des Programms und eine Beibehaltung der bisherigen Fördersumme über 2027 hinaus.
Eine Übersicht in Zahlen sowie Beispiele, wie erfolgreich „Kultur macht stark“ in Berlin und bundesweit wirkt, finden Sie hier: LINK
Als fachpolitische Dachorganisation für Kulturelle Bildung in Berlin ist es unser Ziel, Kulturelle Kinder- und Jugendbildung zu fördern, für alle zugänglich zu machen und als Teil der Allgemeinbildung zu verankern. Das Bundesprogramm ist eine unverzichtbare Investition in Bildungsgerechtigkeit und die Zukunft unserer Kinder. Daher fordern wir die lückenlose Fortführung des Programms über 2027 hinaus.
„Kultur macht stark“ ist für Berlin unverzichtbar, denn:
- hier wächst etwa jedes vierte Kind in einer Familie auf, die von Grundsicherungsleistungen lebt. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Berechtigung zu Leistungen nach dem SGB II lag 2025 bei 22,3% und ist damit fast doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt von 12%.
- über „Kultur macht stark“ sind in der 2. Förderphase jährlich 5 Mio. Euro in die Bildung von Kindern und Jugendlichen geflossen, die ohne diese Förderung kaum Zugang zu Kulturangeboten haben. Auch in der 3. Förderphase profitiert das Land Berlin enorm von den Bundesmitteln, wie die Zwischenevaluation zeigt
Eine Übersicht in Zahlen sowie Beispiele, wie erfolgreich „Kultur macht stark“ in Berlin und bundesweit wirkt, finden Sie hier: LINK.
Langzeitstudien zeigen, wie stark soziale Herkunft den Bildungsweg junger Menschen in Deutschland prägt – von der frühen Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter. Ungleichheiten entstehen früh und beeinflussen die gesamte Bildungsbiografie. „Kultur macht stark“ setzt genau dort an: Gefördert werden kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche in sozialen, finanziellen und bildungsbezogenen Risikolagen.
Die Zwischenevaluation aus dem Jahr 2025 belegt, dass das Programm maßgeblich dazu beiträgt, die Bildungsbiografie von Kindern und Jugendlichen von ihrer Bildungsherkunft zu entkoppeln. Die Projekte stärken Persönlichkeit und soziale Kompetenzen, wecken Neugier, fördern Innovationsfähigkeit und wirken Bildungsabbrüchen entgegen. Sie schützen vor Isolation und extremistischen Einflüssen, indem sie Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft erfahrbar machen. „Kultur macht stark“-Projekte sind mehr als künstlerische Freizeitangebote: Sie sind zentrale Zukunftsinvestitionen für unsere Gesellschaft.
Bundesweit und in Berlin sind durch das Programm wirkungsvolle und tragfähige Strukturen für mehr Bildungsgerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt entstanden. Als Träger der „Kultur macht stark“- Servicestelle nimmt die LKJ für Berlin hierbei eine zentrale Rolle ein, denn aus ihrer mehr als zehnjährigen Beratungstätigkeit ist ein starkes Netzwerk entstanden, das Akteur*innen aus den Bereichen Jugend, Kultur und Bildung und ihre Expertise miteinander verbindet.
Um eine lückenlose Fortsetzung sicherzustellen, müssen jetzt die notwendigen politischen Entscheidungen getroffen werden. Die LKJ Berlin fordert daher die Bundestagsabgeordneten auf, sich für die Fortführung des Programms und den Erhalt der bisherigen Fördersumme einzusetzen. Zugleich appellieren wir an die jugend- und kulturpolitischen Sprecher*innen des Berliner Abgeordnetenhauses, alle Möglichkeiten zu nutzen, um sich auf Bundesebene für die Zukunft von „Kultur macht stark“ stark zu machen.