LKJ-Wahlprogrammcheck für die Berlin-Wahl 2026
Am 20. September 2026 wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Die LKJ Berlin e.V. hat die Wahlprogramme der Parteien ausgewertet, die laut Wahltrend vom 02.09.2026 die größten Chancen auf den Einzug ins Abgeordnetenhaus haben, und diese im Hinblick auf die Belange der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung analysiert.
Grundlage des Checks sind die zentralen Forderungen des Positionspapiers der LKJ Berlin e.V. vom 27.08.2026 zu den Themen Finanzierung, kulturelle Bildung, Beteiligung, Inklusion, Diversität, Fachkräftesicherung und Bürokratieabbau.
Eine kompakte und leicht verständliche Zusammenfassung der Ergebnisse des Wahlprogramm-Checks ist auf Instagram zu finden.
Gesamtvergleich aller fünf Parteien
| LKJ-Forderung | CDU | SPD | Grüne | Linke | AfD |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Finanzierung | 🟡 | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🔴 |
| 2 Realitätsgerechte Finanzierung | 🟡 | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🔴 |
| 3 Entbürokratisierung | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🟡 |
| 4 Kulturelle Bildung verankern | 🟡 | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🔴 |
| 5 Beteiligung der Praxis | 🟡 | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🔴 |
| 6 Inklusion & Diversität | 🟡 | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🔴 |
| 7 Fachkräfte sichern | 🟡 | 🟢 | 🟢 | 🟢 | 🟡 |
*Legende der Bewertungskriterien s.u.
Unten auf dieser Website in den ausklappbaren Modulen können die einzelnen Positionen der Parteien zu unseren Forderungen detailliert nachgelesen werden. PDF
Die Auswertung orientiert sich ausschließlich an den im Positionspapier formulierten Zielen und Forderungen der LKJ Berlin e.V. Die Unterschiede in den Bewertungen ergeben sich daraus, in welchem Umfang die Wahlprogramme Aussagen zu den Themen Finanzierung, kulturelle Bildung, Beteiligung, Inklusion, Diversität, Fachkräftesicherung und Bürokratieabbau enthalten, die mit den Positionen der LKJ Berlin übereinstimmen. Bewertet wurde ausschließlich, ob und wie die Forderungen der LKJ in den Wahlprogrammen aufgegriffen werden. Eine Bewertung der Gesamtprogramme oder sonstiger politischer Positionen erfolgt nicht.
Unser Wahlprogrammcheck kann die Programme nicht vollständig abbilden. Er zeigt exemplarisch, wie sich die Parteien zu ausgewählten Themen positionieren, die für die Kulturelle Kinder- und Jugendbildung besonders relevant sind.
Die vollständigen Wahlprogramme sind öffentlich zugänglich und können direkt auf den Websites der Parteien heruntergeladen werden.
Wichtig: Dieser Wahlprogrammcheck stellt keine Wahlempfehlung dar. Er dokumentiert ausschließlich, in welchem Umfang die Positionen der Parteien mit den Forderungen der LKJ Berlin e.V. übereinstimmen oder von ihnen abweichen.
Gesamtfazit des Wahlprogramm-Checks aus Sicht der LKJ Berlin
Die Wahlprogramme von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke weisen die größten Überschneidungen mit den sieben LKJ-Forderungen auf. Sie betonen kulturelle Bildung als wichtigen Bestandteil von Teilhabe, Demokratie, Jugendförderung und sozialer Infrastruktur und setzen Schwerpunkte bei Beteiligung, Inklusion, Fachkräftesicherung und verlässlichen Förderstrukturen.
Die CDU greift einzelne Anliegen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung auf, etwa im Bereich kultureller Infrastruktur, Musikschulen und Verwaltungsvereinfachung. Zentrale LKJ-Forderungen wie mehrjährige Förderungen oder die strukturelle Verankerung kultureller Bildung werden jedoch nur begrenzt behandelt.
Die AfD weist die geringsten programmatischen Überschneidungen mit den LKJ-Forderungen auf. Geringe Bezüge bestehen vor allem bei Bürokratieabbau, beruflicher Bildung und Fachkräftesicherung. Aussagen zu kultureller Kinder- und Jugendbildung, Diversität, Beteiligung oder langfristiger Förderpolitik finden sich nicht bzw. kaum.
Der Vergleich zeigt unterschiedliche Verständnisse der Rolle kultureller Bildung. Parteien, die kulturelle Bildung stärker als Querschnittsaufgabe von Jugend-, Sozial-, Kultur- und Demokratiepolitik verstehen, weisen in diesem Vergleich höhere Übereinstimmungen mit den Forderungen der LKJ auf.
Legende der Bewertungskriterien
🟢 weitgehend berücksichtigt:
Die Partei greift die Forderung ausdrücklich auf und formuliert konkrete politische Ziele, Maßnahmen oder Instrumente, die der Forderung der LKJ Berlin entsprechen. Merkmale:
- Die Forderung wird direkt benannt oder inhaltlich eindeutig aufgegriffen.
- Konkrete Maßnahmen, Programme, Gesetze oder Finanzierungsinstrumente werden genannt.
- Die Zielrichtung stimmt weitgehend mit der Position der LKJ Berlin überein.
🟡 teilweise berücksichtigt:
Die Partei verfolgt grundsätzlich ähnliche Ziele, greift die Forderung jedoch nur teilweise, indirekt oder sehr allgemein auf. Merkmale:
- Es bestehen erkennbare inhaltliche Überschneidungen.
- Die Forderung wird nicht vollständig abgebildet.
- Maßnahmen bleiben allgemein oder unverbindlich.
- Wichtige Aspekte der LKJ-Forderung fehlen.
🔴 nicht oder kaum berücksichtigt:
Im Wahlprogramm finden sich keine relevanten Aussagen zur Forderung oder die vorhandenen Aussagen reichen nicht aus, um eine erkennbare Unterstützung festzustellen. Merkmale:
- Die Forderung wird nicht erwähnt.
- Es bestehen keine substantiellen inhaltlichen Anknüpfungspunkte.
- Die Aussagen bleiben zu allgemein oder behandeln andere Politikfelder.
Die LKJ Berlin fordert mehrjährige Förderzeiträume, den Ausbau institutioneller Förderung sowie verlässliche Haushaltslinien für Träger der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Ziel ist die Sicherung kultureller Infrastruktur, eine effizientere Mittelverwendung und langfristige Planungssicherheit.
Positionen CDU Berlin, Bewertung: 🟡
Die CDU betont die Sicherung kultureller Infrastruktur und den Erhalt kultureller Räume. Aussagen zu mehrjähriger Förderung oder institutioneller Absicherung zivilgesellschaftlicher Träger finden sich jedoch nicht. (S. 119-122.)
Positionen SPD Berlin, Bewertung: 🟢
Die SPD fordert ausdrücklich mehrjährige Förderungen, frühzeitige Bewilligungen sowie verlässliche Förderstrukturen im Kulturbereich. Außerdem sollen kulturelle Infrastruktur und kulturelle Bildung langfristig abgesichert werden. (S. 53-54.)
Positionen Grüne Berlin, Bewertung: 🟢
Die Grünen fordern langfristige Absicherung kultureller Infrastruktur, dauerhafte Förderung von Kulturorten und stabile Finanzierung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Außerdem sollen bestehende Förderprogramme verstetigt werden. (S. 161-165,)
Positionen Die Linke Berlin, Bewertung: 🟢
Die Linke fordert verlässliche Finanzierung sozialer, kultureller und zivilgesellschaftlicher Infrastruktur, den Ausbau öffentlicher Förderstrukturen sowie langfristige Finanzierung von Einrichtungen und Projekten. (S. 81-82, 232 - 236,)
Positionen AfD Berlin, Bewertung: 🔴
Die AfD macht keine Aussagen zur mehrjährigen Förderung oder strukturellen Absicherung der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Im ausgewerteten Wahlprogramm konnten keine relevanten Aussagen identifiziert werden.
Die LKJ Berlin fordert die Berücksichtigung von Inflation, Tarifentwicklung, Vor- und Nachbereitungszeiten sowie realer Kostenstrukturen.
Positionen CDU Berlin, Bewertung: 🟡
Die CDU spricht von fairen Rahmenbedingungen für Kulturschaffende und fördert Arbeitsräume sowie Stipendien. Aussagen zu Tarifsteigerungen, Inflation oder Förderkostenstrukturen fehlen. (S. 119-121.)
Positionen SPD Berlin, Bewertung: 🟢
Die SPD fordert die Berücksichtigung von Tarif- und Kostensteigerungen in der Kulturförderung, tarifliche Bezahlung, Mindesthonorare und angemessene Ausstellungsvergütungen. (S. 54, 8-9.)
Positionen Grüne Berlin. Bewertung: 🟢
Die Grünen thematisieren faire Finanzierung sozialer und kultureller Infrastruktur sowie die langfristige Absicherung öffentlicher Angebote. Aussagen zu Tarifsteigerungen und realen Kostenentwicklungen finden sich in mehreren Politikfeldern. (104–111, 162–165)
Positionen Die Linke Berlin, Bewertung: 🟢
Die Linke fordert umfassende öffentliche Finanzierung von Kultur, sozialen Einrichtungen und gemeinwohlorientierten Trägern sowie eine deutliche Ausweitung öffentlicher Zuschüsse. (S. 99 ff., 230 ff., 73 ff.)
Positionen AfD Berlin, Bewertung: 🔴
Keine erkennbare Bezugnahme auf tarifgerechte Finanzierung kultureller Bildung, Honorare oder reale Projektkosten. Schwerpunkt liegt auf Ausgabenkontrolle und Kürzung öffentlicher Förderungen. ( Im ausgewerteten Wahlprogramm konnten keine relevanten Aussagen identifiziert werden)
Die LKJ Berlin fordert die Vereinfachung und Standardisierung von Zuwendungsverfahren, Digitalisierung und Anerkennung von Verwaltungsleistungen.
Positionen CDU Berlin, Bewertung: 🟢
Bürokratieabbau und Verwaltungsvereinfachung gehören zu den zentralen Schwerpunkten der CDU. Sie fordert den Abbau von Berichtspflichten, digitale Verfahren und eine umfassende Entbürokratisierung. (S. 88-90, 116-117).
Positionen SPD Berlin, Bewertung: 🟢
Die SPD bekennt sich zur Verwaltungsreform, zum Ausbau digitaler Verfahren sowie zur Vereinfachung von Förder- und Verwaltungsabläufen. (S. 60-62 und S. 63.)
Positionen Grüne Berlin, Bewertung: 🟢
Die Grünen fordern eine moderne und digitale Verwaltung, niedrigschwellige Verfahren und einen Abbau von Zugangshürden. (S. 242–250)
Positionen Die Linke Berlin, Bewertung: 🟢
Die Linke fordert vielfach Entbürokratisierung, bessere Verwaltungsabläufe und niedrigschwelligen Zugang zu Leistungen. (S. 73 ff., 244 ff.)
Positionen AfD Berlin, Bewertung: 🟡
Bürokratieabbau und Verwaltungsvereinfachung sind zentrale Forderungen des Programms. (S. 47, 18-19.)
Die LKJ Berlin fordert die ressortübergreifende Verankerung kultureller Bildung in Bildungs-, Jugend- und Kulturpolitik.
Positionen CDU Berlin, Bewertung: 🟡
Die CDU unterstützt kulturelle Bildungsangebote und Einrichtungen. Eine ressortübergreifende Verankerung kultureller Bildung als Bildungs-, Jugend- und Kulturaufgabe wird jedoch nicht erkennbar.
Positionen SPD Berlin, Bewertung: 🟢
Die SPD bezeichnet kulturelle Bildung als wichtigen Bestandteil von Teilhabe, Bildung und Persönlichkeitsentwicklung. Musikschulen, Jugendkunstschulen, Bibliotheken und kulturelle Bildungsangebote sollen ausgebaut und langfristig gesichert werden. (S. 53-54.)
Positionen Grüne Berlin, Bewertung: 🟢
Die Grünen behandeln Kultur, Bildung, Teilhabe und Beteiligung ausdrücklich als Querschnittsaufgabe. Kultur wird als Bestandteil demokratischer Teilhabe und gesellschaftlicher Entwicklung beschrieben. (S. 161-165, 180 ff.)
Positionen Die Linke Berlin, Bewertung: 🟢
Die Linke verknüpft Kultur, Bildung, Stadtentwicklung und soziale Infrastruktur systematisch miteinander. (S. 152 ff., 175 ff., 230 ff.)
Positionen AfD Berlin, Bewertung: 🔴
Kulturelle Bildung wird nicht als eigenständiges bildungs- oder jugendpolitisches Handlungsfeld behandelt. Kultur erscheint überwiegend unter dem Gesichtspunkt kultureller Identitätspolitik. (S. 27-33, 87 - 93.)
Die LKJ Berlin fordert verbindliche Beteiligung von Fachpraxis und jungen Menschen.
Positionen CDU Berlin, Bewertung: 🟡
Die CDU unterstützt Kinder- und Jugendparlamente sowie Beteiligungsmöglichkeiten junger Menschen (S. 64), Aussagen zur Beteiligung der Fachpraxis finden sich nicht.
Positionen SPD Berlin, Bewertung: 🟢
Die SPD plant ein Kinder- und Jugendparlament auf Landesebene, verbindliche Beteiligungsrechte junger Menschen sowie den Ausbau bestehender Beteiligungsstrukturen. (S. 39, 29, 61-62.)
Positionen Grüne Berlin, Bewertung: 🟢
Die Grünen betonen Beteiligung als Grundprinzip. Sie greifen die Forderung nach verbindlicher Beteiligung von Fachpraxis und jungen Menschen umfassend auf.(S. 172–175, 244 ff.)
Positionen Die Linke Berlin, Bewertung: 🟢
Partizipation von Initiativen, Nachbarschaften, sozialen Trägern und jungen Menschen ist ein zentrales Leitmotiv des Programms. (S. 41 ff., 175 ff.)
Positionen AfD Berlin, Bewertung: 🔴
Keine systematische Beteiligungsstrategie für Fachpraxis oder junge Menschen erkennbar. (Im ausgewerteten Wahlprogramm konnten keine relevanten Aussagen identifiziert werden.)
Die LKJ Berlin fordert verbindliche Standards, zusätzliche Mittel für Barrierefreiheit und diversitätsorientierte Personalentwicklung.
Positionen CDU Berlin, Bewertung: 🟡
Die CDU setzt auf Inklusion mit Wahlfreiheit zwischen Förder- und Regelschulen sowie auf Barrierefreiheit in verschiedenen Politikfeldern. Aussagen zu Diversität als Förderkriterium oder zur diversitätsorientierten Personalentwicklung fehlen weitgehend. (S. 55-56, 110, 114, 119.)
Positionen SPD Berlin, Bewertung: 🟢
Die SPD verankert Inklusion und Antidiskriminierung als Querschnittsaufgabe. Sie fordert barrierefreie Kulturangebote, inklusive Schulen, Disability Mainstreaming und den Ausbau von Teilhabestrukturen. (S. 48-50, 53.)
Positionen Grüne Berlin, Bewertung: 🟢
Inklusion, Diversität, Antidiskriminierung und Barrierefreiheit gehören zu den zentralen Querschnittszielen des Programms. (S. 130–155)
Positionen Die Linke Berlin, Bewertung: 🟢
Die Linke verfolgt einen umfassenden Ansatz zu Inklusion, Antidiskriminierung und Teilhabegerechtigkeit und will entsprechende Maßnahmen institutionell stärken. (S. 112 ff., 211 ff., 216 ff., 268 ff.)
Positionen AfD Berlin, Bewertung: 🔴
Die von der LKJ geforderte diversitätsorientierte und antidiskriminierende Perspektive wird im Programm nicht aufgegriffen; dies zeigt sich z.B. in der Forderung nach Aufhebung des Berliner Landesantidiskriminierungsgesetzes.(S. 13)
Die LKJ Berlin fordert eine faire Vergütung, Qualifizierung, berufliche Perspektiven und Fachkräftesicherung.
Positionen CDU Berlin, Bewertung: 🟡
Die CDU betont Fachkräftesicherung, Qualifizierung, Ausbildung und bessere Rahmenbedingungen in zahlreichen Bereichen. Für die kulturelle Bildung werden faire Rahmenbedingungen angesprochen, jedoch wenig spezifisch für Fachkräfte kultureller Kinder- und Jugendbildung. (S. 41-43, 119-121.)
Positionen SPD Berlin, Bewertung: 🟢
Die SPD fordert faire Vergütung, Tarifbindung, Mindesthonorare, Weiterbildung und bessere Arbeitsbedingungen in Kultur, Bildung und Jugendarbeit. (S. 8-10, 37-38,54.)
Positionen Grüne Berlin, Bewertung: 🟢
Die Grünen fordern bessere Arbeitsbedingungen, Weiterbildung, Qualifizierung und Stärkung öffentlicher Beschäftigungsstrukturen in zahlreichen Bereichen. (u.a. S. 104 ff., , 162-164, 185 ff.)
Positionen Die Linke Berlin, Bewertung: 🟢
Die Linke setzt auf bessere Bezahlung, sichere Beschäftigung und Qualifizierung in öffentlichen und gemeinwohlorientierten Bereichen. (S. 99 ff., 154 ff., , 219 ff.)
Positionen AfD Berlin, Bewertung: 🟡
Die AfD greift Fachkräftesicherung und Qualifizierung auf, bleibt jedoch bei Fachkräften der kulturellen Kinder- und Jugendbildung unspezifisch (S. 47–53).